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Johannes Röhnelt liest Elfriede Jelinek
Eine Video-Installation auf der Sankt Augustiner Künstlergalerie 2002
Der Künstler schlüpft in die Rolle des Lesers und fungiert dabei als Medium zwischen Autorin und Betrachter, der - befreit aus der unmittelbaren Umklammerung - dem Charme der Handlung als neutraler Beobachter erliegt. Die unterschiedlichen Aufnahmezeiten für die Abbildung von Ober- und Unterkörper in jeweils liegender Haltung erzeugen ein ungewöhnliches Wechselspiel zwischen fremdartigen Verrenkungen und vertrauter Eleganz. Der Lesevorgang wird in absoluter Stille erlebt. Das Video läuft ohne Ton und hat im Gegensatz zum Roman kein Ende. Nach etwa vier Stunden werden die Bänder zurückgespult und mit geringem Zeitversatz neugestartet. Dabei entstehen völlig veränderte Bewegungsabläufe mit unkalkulierbarem Interpretationspotential.
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